28 Tipps zum Geldsparen: Wie du im Alltag Freiheit gewinnst

Geld sparen im Alltag muss nicht immer Verzicht bedeuten. Mit 28 praktischen Tipps kannst du deine Ausgaben bei Versicherungen, Finanzen, Wohnen, Mobilität, Einkaufen und Freizeit prüfen und deine finanzielle Freiheit Schritt für Schritt vergrößern.

In Zeiten von Inflation und unsicheren Jobsituation versuchen viele, irgendwie Geld zu sparen. Dabei gibt es mehr oder weniger sinnvolle, wirksame und einschneidende Bereiche.

Im Sinne gesunder Finanzen macht es aber in jedem Fall Sinn, die eigenen Ausgaben mal auf den Prüfstand zu stellen. Selbst mit einfachen Änderungen lassen sich hunderte Euro im Jahr sparen. Viele der Änderungen sind noch nicht mal mit einem Verlust von Lebensqualität verbunden, eher im Gegenteil. Wir stellen unsere Top-Liste vor.

Versicherungen

Klar, wir starten als Finanzplaner natürlich bei Versicherungen und Finanzen.

Versicherungen ausdünnen

Prüfe als erstes Mal alle deine Versicherungen. 2022 gaben die Deutschen im Schnitt 1.600€ pro Jahr dafür aus (Quelle).

Das dürfte heute nicht weniger sein. Wir sehen es auch in unserer täglichen Praxis: Viele sind gleichzeitig falsch-, über- und unterversichert. Falsch versichert, weil die Summen oder Bedingungen nicht passen. Überversichert, weil die Leute Risiken versichern, die sie auch selbst tragen könnten. Und klar, auch unterversichert. Alle drei Varianten sind Mist. Falsch versichert heißt, du kriegst im Schadensfall kein oder weniger Geld. Überversichert heißt langfristig zu viel Geld ausgegeben zu haben. Unterversichert heißt bei existenziellen Risiken im Schlimmsten Fall Insolvenz. Daneben kommen jedes Jahr neue Tarife und Bedingungen raus. Was vor zehn Jahren mal passte, kann heute nicht mehr stimmig sein. Je mehr Versicherungen du hast, umso wahrscheinlicher ist eine Ersparnis.

Daher:

Prüfe regelmäßig deinen Status, am besten mit einem neutralen Profi. So kannst du sicherlich 10% im Jahr sparen. Das wären schon mal gut 150€ pro Jahr.

Jährliche Zahlweise

Bei den meisten Versicherungen zahlst du einen Aufschlag, wenn du monatlich zahlst. Stellst du auf jährlich um, kannst du bis zu 10% sparen. Oder du wechselst gleich zu einem Anbieter, der auf sowas verzichtet. So kämen also auch noch mal 150€ im Jahr zusammen.

Krankenkasse wechseln

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, hast du zwar einen festen Beitragssatz, aber jede Kasse kann einen individuellen Zusatzbeitrag erheben. Dadurch unterscheiden sich die Anbieter deutlich. Der Gesamtbeitrag reicht dadurch von 16,78% bis 18,99% (Stand August 2026). Bei einem Durchschnittseinkommen von 51.944€ (Rechengröße in der Gesetzlichen Rentenversicherung) reicht der Beitrag pro Monat als Angestellte:r von 370€ (günstigste Kasse) bis 411€ (teuerste Kasse). Das sind also 40€ im Monat bzw. 480€ im Jahr. Liegst du genau im Mittelfeld, könntest du also dennoch 240€ im Jahr sparen.

Bonusprogramm

Bleiben wir bei der Krankenversicherung. Als nächstes könntest du dir das Bonusprogramm deiner Krankenkasse mal näher anschauen. Dabei wird ein gesunder Lifestyle oder Vorsorge belohnt. Selbst im schlechtesten Fall kommst du auf 50€ Rückerstattung. Im Maximum geht das hoch bis auf 400€. Jede Kasse hat unterschiedliche Auslöser und Bedingungen. Dadurch unterscheidet sich auch die „Effizienz“ also die durchschnittliche Prämie je Maßnahme. Die reicht von mageren sechs Euro irgendwas bis zu 100€. Im Schnitt sind es so 20€. Zwischen 100€ bis 200€ sind also in jedem Fall drin.

Wahltarif

Weiterhin kannst du die Wahltarife deiner Kasse unter die Lupe nehmen. Das sind freiwillige Zusatztarife, an die du dann erstmal drei Jahre gebunden bist. Die meisten haben einen Selbstbehalttarif oder zur Beitragsrückerstattung. Einfach gesagt heißt das, wenn du nicht zum Arzt gehst, kriegst du Geld zurück. Das lohnt sich natürlich nur für Leute, die nix groß haben. Aber von denen gibt es ja auch ein paar. Die Rückerstattung bzw. Selbstbeteiligung ist dabei gesetzlich gedeckelt und hängt von deinem Einkommen ab. Grob sind da gut 600€ im Jahr drin.

Zwischenfazit:

Wenn wir nur diese ersten Punkte zusammenrechnen, landen wir schon bei bis zu 1.800€ im Jahr. Selbst bei moderaten Annahmen, kommt da ein hoher dreistelliger Betrag im Jahr zusammen.

Arbeitgeberleistungen

Auch bei deinem Job (sofern du angestellt bist) kannst du noch was rausholen. Den meisten dürfte die Betriebsrente (bAV) bekannt sein. Seit einiger Zeit muss sich der Arbeitgeber auch mindestens mit 15% beteiligen. Je mehr, desto besser. Wenn dann Anbieter, Tarif und Anlage stimmen, kommt am Ende des Berufslebens auch ordentlich was zusammen. Wenn du selbst einen Teil deines Gehalts umwandelst, profitierst du jetzt von Steuer- und Sozialabgabenvorteilen. Aber: in der Rente dreht sich der Vorteil um. Das solltest du in deiner Planung berücksichtigen. Ein einfaches Rechenbeispiel: Du wandelst 200€ deines Bruttoeinkommens um. Von deinem Arbeitgeber gibt es min. 30€ dazu. Du legst also 230€ an, dein Netto sinkt aber nur um etwa 100-120€.

Für die mittelfristige Perspektive ist die vermögenswirksame Leistung (VWL) bekannt. Dabei unterstützt dich dein Arbeitgeber mit einer freiwilligen Zusatzleistung beim Vermögensaufbau. Zur Auswahl stehen Bausparvertrag, Banksparplan, Fondssparplan oder Tilgung eines Immobilienkredits. Du sparst 6 Jahre. Nach einem Jahr Sperrfrist kommst du ans Geld oder führst den Vertrag weitere 7 Jahre fort. Der Arbeitgeber kann maximal 40€ zuschießen. Du selbst kannst natürlich auch noch was reinlegen. So können aus den 40€ nach den 7 Jahren bei 6% knapp 3.700€ werden. Du kriegst also nicht nur die 40€ „geschenkt“, sondern ja auch die Zinsen. Auf die 7 Jahre gerechnet sind das also gut 520€ im Jahr. Legst du selbst z.B. 40€ drauf, landest du am Ende bei gut 7.300€ und hast 635€ pro Jahr „geschenkt“ bekommen. Ist doch ein super Deal, oder? Übrigens: Manchmal gibt es auch die sog. AVWL. Dort fließt die Vermögenswirksame Leistung nicht mittelfristig in einen solchen Sparplan, sondern langfristig in die betriebliche Altersvorsorge. Dort ist der Hebel dann noch krasser. Aber du hast eben erst zur Rente was davon.

Für eine kurzfristige Wirkung gibt es die betriebliche Krankenversicherung (bKV). Die ist zwar nicht unbedingt neu, aber noch nicht so bekannt, wie die anderen beiden Punkte. Dein Arbeitgeber schließt eine private Krankenzusatzversicherung für dich ab. Zurzeit beliebt sind sog. Budget-Tarife. Da bekommst du, je nach gewähltem Paket, ein bestimmtes Budget z.B. 900€ im Jahr für alle möglichen Gesundheitsleistungen frei zur Verfügung. Das kann also was beim Zahnarzt oder eine Behandlung bei der Fachärztin sein, die von deiner Krankenkasse nicht oder nicht vollständig übernommen wird. Es gibt aber auch andere Tarife, die konkrete Fachbereiche abdecken oder ein Krankentagegeld drin haben. Der riesen Vorteil: Es gibt keine Gesundheitsprüfung! Dafür gibt es eine Mindestzahl der Versicherten. Die liegt aber meist bei 5-10. Ist also auch für kleinere Unternehmen geeignet. Manchmal kannst du auch deine Angehörigen einschließen. Das bezahlst du dann aber selbst und nicht die Firma.

Die bKV ist für beide Seiten ein Gewinn: Du bekommst Zugang zu besseren medizinischen Leistungen und die Firma profitiert von zufriedeneren Mitarbeiter:innen und geringeren Krankenständen. Dein Sparpotenzial lässt sich hier nicht so gut abgrenzen. Entweder nimmt man das versicherte Budget (also 300-900€ im Jahr) oder halt den Beitrag, den dein Arbeitgeber trägt. Das wären dann 10-40€ im Monat. Aber auch hier kommt in jedem Fall ein dreistelliger Betrag zusammen.

Zuletzt gibt es noch freiwillige Arbeitgeberleistungen, Benefits oder auch Mitarbeiterrabatt. Beispiele für Benefits sind:

  • Mobilität: Zuschüsse zum ÖPNV wie das Deutschlandticket, Dienstrad-Leasing oder ein flexibles Mobilitätsbudget
  • Gesundheit: Mitgliedschaften im Fitnessstudio, Massagen am Arbeitsplatz
  • Verpflegung: Digitale Essenszuschüsse oder Zuschüsse für die Mittagsverpflegung
  • Finanzielles: Sachbezüge bis zu 50 Euro monatlich als Gutschrift oder Prepaid-Karte
  • Rabatte: beim Arbeitgeber günstiger einkaufen bzw. dessen Dienstleistungen in Anspruch nehmen

Das Sparpotenzial hängt hier ebenfalls von den gewählten Leistungen ab. 40€ – 100€ pro Monat sind drin.

Wichtig: In der Regel ist es aus steuerlichen Gründen aber so, dass du entweder VL oder bKV oder eine von den anderen Benefits bekommst. Die bAV ist aber außerhalb dieses Topfes, kann also on top kommen. Das gesamte Sparpotenzial lässt sich nicht so genau abgrenzen. Erstmal hängt es ja von den Angeboten ab. Und zweitens, ob du nur die kurzfristige Perspektive wählst oder ob du langfristig schaust, was es dir nach X Jahren gebracht hat und du es dann auf das einzelne Jahr runterbrichst. So oder so kommen wir hier aber in der Regel auf einen vierstelligen Betrag (in Worten: Tausend(e) Euro)!

In jedem Fall lohnt es sich, bei der nächsten Gehaltsverhandlungen eher mal auf diese Themen zu sprechen zu kommen. Denn dabei profitiert eben auch dein Arbeitgeber.

Finanzen

Schauen wir uns das weite Feld der Finanzen mal genauer an. Denn hier ist richtig Musik drin.

Steuererklärung

Was ist die zweitunbeliebteste Sache nach Versicherungen? Richtig! Die Steuererklärung. Aber sie lohnt sich (fast) immer. Und dank digitaler Helferlein gelingt sie – ja nach Umfang – relativ leicht und schnell. Einen ersten ganz groben Überblick, was du zurückbekommen könntest, findest du hier: https://www.smartsteuer.de/online/steuerrechner/

Die Hauptposten sind:

  • Werbungskosten:
    Das Finanzamt zieht automatisch eine Pauschale von 1.230 Euro ab. Hast du weitere, berufsbedingte, Ausgaben, reduzieren sie die Steuerlast weiter. Verdienst du also exakt wie der Durchschnitt (51.944€ Stand 2026) und setzt nur das an, kriegst du bereits etwa 400€ zurück.
  • Entfernungspauschale:
    Für den Weg zur Arbeit kannst du 38 Cent pro Kilometer (einfache Strecke) ab dem ersten Kilometer ansetzen.
    Homeoffice-Pauschale: Pro Tag im Homeoffice gibt es 6 Euro, maximal jedoch 1.260 Euro pro Jahr.
  • Sonderausgaben:
    Spenden, Versicherungen oder Handwerkerleistungen bringen oft weiteres Geld zurück. Auch sowas wie größere medizinische Behandlungen, bei denen du etwas zuzahlen musst, zählen rein.

Im Schnitt liegt die Erstattung übrigens bei 1.240€ im Jahr. (Quelle)

Sozialleistungen prüfen

Es gibt zahlreiche verschiedene soziale Hilfen in Deutschland und den Bundesländern. Eine Leistung, die viele gar nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie vielleicht Anspruch haben, ist das Wohngeld. Gerade in Städten steigen die Mieten ja stark an und strapazieren das Haushaltsbudget. Eine erste grobe Orientierung findest du hier: https://www.bmwsb.bund.de/DE/wohnen/wohngeld/wohngeldrechner/wohngeldrechner-2025_node.html

Dabei gilt: Je geringer das Haushaltseinkommen und je höher die Mietbelastung, desto wahrscheinlicher bekommst du das Wohngeld und desto höher fällt es aus.

Tagesgeld statt Giro

Auf deinem Giro sollte nur etwa eine Monatsausgabe länger rumliegen. Es dient dem täglichen Geldverkehr. Alles, was drüber hinaus geht, solltest du kurzfristig auf einem Tagesgeldkonto packen. Das ist i.d.R. kostenfrei und bringt einen kleinen Zins. Der liegt zurzeit im Schnitt bei um die 2% (Stand August 2026). (Quelle) Wenn du also z.B. 5.000€ über hast, solltest du sie nicht auf dem Giro belassen, sondern aufs Tagesgeld schieben. Für die 5.000€ kriegst du dann 100€ Zinsen im Jahr, bei 20.000€ sind es also schon 400€ im Jahr.

Je mehr Cash du hast, desto eher kommt auch ein Geldmarktfonds infrage. Richtig sinnvoll wird der v.a., wenn du über der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000€ Guthaben hast, z.B. aus einer Erbschaft, Schenkung, Abfindung oder einem Verkauf. Dort gibt es mehr Ertrag bei gleichem Risiko und die Sicherung ist unbegrenzt.

Bankenvergleich

Ein Bankenvergleich kann natürlich auch was bringen. Beim Giro sparst du vielleicht bei den Gebühren oder Überziehungszinsen. Beim Tagesgeld gibt’s höhere Zinsen (4% in der Spitze statt die 2% im Schnitt). Mit dem Kontowechselservice der meisten Banken geht das recht flott. Das Sparpotenzial ist jedoch überschaubar. Vom Tagesgeldhopping, also dem regelmäßigen Wechsel, weil es irgendwo noch ein bisschen mehr gibt, raten wir aber ab. Das lohnt den Aufwand in der Regel nicht mehr.

Freistellungsauftrag

Auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus Verkäufen musst du Steuern von 25% plus Soli zahlen. Allerdings gibt es einen Sparerfreibetrag von 1.000€ im Jahr. Das heißt, die ersten 1.000€ sind steuerfrei. Die Bank bzw. das jeweilige Institut führt die Steuer automatisch ans Finanzamt ab. Damit du vom Freibetrag profitierst, musst du einen sog. Freistellungsauftrag stellen. Wenn du den also noch nicht nutzt, sparst du etwa 250€ im Jahr. Wenn du mehrere Sparkonten oder Depots hast, kannst den Freistellungsauftrag aufteilen.

Depot-/Fonds-Wechsel

Mittlerweile sparen und investieren viele mittels Wertpapieren oder fondsgebundenen Rentenversicherungen. Vielfach hat man früher sog. aktive Fonds genutzt, bei denen ein Management aktiv Positionen gekauft und verkauft hat. Dieses Management kostet Geld. Diese Gebühr wird aus dem Fondsguthaben entnommen, sodass du sie nicht direkt spürst. Unzählige Studien haben jedoch gezeigt, dass dieses aktive Management unterm Strich nichts bringt. Dazu kommen meist Abschlusskosten, die von der gesamten Beitragssumme abhängen. Du fährst mit günstigen, passiven Anlagen also den sog. ETFs oder Indexfonds besser.

Nun klingen Verwaltungskosten von 1,5% und Abschlusskosten von 5% total wenig. Auf lange Sicht haben sie aber einen enormen Einfluss. Wenn du z.B. 35 Jahre lang 100€ zur Seite legst und der Fonds im Schnitt 6% pro Jahr macht, hast bei einem aktiven Fonds am Ende gut 95.000€ angespart. Setzt du dagegen auf passive Fonds also ETFs bzw. Indexfonds (Kosten von 0,15% p.a.) kommst du auf 136.000€, also ca. 40.000€ mehr. Sind auf die 35 Jahre gerechnet also 1.140€ pro Jahr gespart! Sie landen natürlich nicht direkt in deinem Portmonee, sondern zeigen sich erst am Ende des Investitionsprozesses.

Kredite vermeiden

Vermeide wann immer es geht, Kredite. Vor allem den Dispo solltest d u scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Auch Ratenzahlungen solltest du vermeiden. Ganz schlimm: Klarna oder bei paypal: Jetzt kaufen, später zahlen. Einerseits verleiten sie zu mehr Konsum als du dir eigentlich leisten kannst und sie kosten Zinsen. Im Schnitt lag der Dispozins bei 11% (Stand August 2026). (Quelle) Bei 5.000€ Dispokredit kommen da aufs Jahr gerechnet schon mal nur Zinsen zusammen. Wenn du einen solchen Dispo hast, sieh zu, dass du ihn so schnell wie möglich tilgst oder in einen günstigeren Ratenkredit umtauschst.

Kreditkarten sind eigentlich auch so eine Pest. Manchmal lassen sie sich um Urlaub nicht vermeiden. Ansonsten solltest du sie weglassen. Und gewöhne dir möglichst gar nicht erst an, sie für den regulären Einkauf zu verwenden.

Wir sprechen in diesem Bereich also über einen niedrigen bis mittleren vierstelligen Betrag, den du pro Jahr sparen kannst.

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Wohnen

Kommen wir zum Bereich Wohnen. Gerade dieser Bereich hat sich in den letzten Jahren enorm verteuert und bringt viele Haushalte an die Belastungsgrenze. Insbesondere in Städten geht mittlerweile ein großer Teil des Einkommens dafür drauf. So gelten gut 11% als überbelastet. Das heißt, sie geben mehr als 40% ihres Einkommens dafür aus. (Quelle) An den Mietkosten kannst du nicht großartig drehen, es sei denn, dich radikal verkleinern und selbst dann bringt das manchmal nix. Aber es gibt durchaus andere Aspekte, bei denen ein bisschen was drin ist.

Versorger wechseln: Strom und Wärme

So könntest du deine Versorger prüfen und wechseln. Das geht mittlerweile super schnell und easy online. Dafür gibt es zig Vergleichsportale. Ob du das jetzt regelmäßig machen solltest, sei mal dahingestellt (siehe Tagesgeldhopping). Beim Strom kannst du so 200-400€ im Jahr sparen. (Quelle) Von solchen Mega-Ersparnissen solltest du dich nicht ködern lassen. Heizt du mit Gas oder Öl, kannst du auch den Anbieter wechseln und hunderte Euro einsparen. (Quelle)

Verbrauch ändern

Der günstigste Strom ist der, den du nicht verbraucht hast. Das gleiche gilt auch und v.a. fürs Heizen. Es macht also absolut Sinn, den eigenen Verbrauch mal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Beim Strom gilt daher:

  • Geräte ausschalten statt Stand-by
  • Geräte optimal (also voll) nutzen und nicht halb leer laufen lassen
  • sparsamere Router wählen und nachts ausschalten
  • Wäsche aufhängen statt in den Trockner
  • auf Energieeffizienz beim Neukauf achten

Damit lassen sich mehrere hundert Kilowattstunden und damit Euro im Jahr einsparen. (Quelle)

Beim Heizen gilt: So viel wie nötig (Achtung Schimmelgefahr!) und so wenig wie möglich. Musst du im Winter echt im T-Short auf der Couch sitzen oder geht nicht auch ein Pulli? Nur ein Grad weniger Raumtemperatur spart dabei 5%-6% Energie und damit Kosten. (Quelle) Je höher Ausgangstemperatur und je größer die Wohnung, desto größer der Spareffekt in Euro. 50€ – 250€ pro Grad und Jahr sind drin. Unterstützung dafür gibt es auch bei der Verbraucherzentrale oder durch eine Energieberatung.

Wärmepumpe, Photovoltaik, Wallbox

In den eigenen vier Wänden bestimmst du, wie du Strom, Wärme und Warmwasser erzeugst. Bei einer Solaranlage kannst du im besten Fall über 25 Jahre einen Gewinn (also eingesparte Stromkosten plus Einspeisevergütung minus Anschaffungskosten) von 50.000€ erzielen. Das sind 2.500€ pro Jahr. Allerdings hängt das von vielen Faktoren ab und du solltest dich vorab beraten lassen.
Kombinierst du die PV-Anlage mit einem Batteriespeicher und einer Wallbox (Ladestation fürs e-Auto) steigt das Sparpotenzial weiter.

Mit einer Wärmepumpe sparst du in aller Regel beim Heizen, allen Söders, die dir erklären, dass du vorher dein Haus für hunderttausende Euro vorher sanieren musst, zum Trotz. Auch das hängt von zig Faktoren ab: Kosten alternative Heizform, Förderung, Gebäudezustand, Dämmung, Außentemperaturen, Strompreis usw. Aber schon 2024 wurde das Sparpotenzial auf 600€ im Jahr mindestens taxiert. (Quelle)

Eine Energieberatung solltest du hier auf jeden Fall machen.

Aber klar, wenn du zur Miete wohnst, sind das keine Optionen.

Balkonkraftwerk

Wenn du zur Miete wohnst und einen Balkon, Garage oder Garten hast, kannst du aber z.B. ein Balkonkraftwerk anschaffen. Nach wenigen Jahren hast du das Geld für die Anschaffung wieder rein und sparst jedes Jahr 150€ bis 400€ im Jahr. (Quelle)

Internet, Telefon

Auch bei Internet und Telefon lässt sich was wegsparen. Theoretisch kannst du hier alle 2 Jahre wechseln und jedes Mal wieder irgendeinen Bonus zusätzlich kassieren. Außerdem ändern sich die Tarife ständig. 100€ bis 200€ pro Jahr sind so drin.
Wenn wir die Punkte zusammenfassen kannst du mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro im Jahr sparen.

Mobilität

Mobilität ist ein weiteres weites Feld. Der Mobilitätsbedarf und damit auch das Einsparpotenzial sind sehr unterschiedlich. Dennoch lohnt auch hier ein kritischer Blick und das eigene Verhalten zu reflektieren.

Die teuerste Form der Mobilität dürfte das eigene Auto mit Verbrennerantrieb sein. Wenn wir mal von Hubschrauber und Motorjacht absehen. Hast du dich mal gefragt, was dein Auto eigentlich wirklich kostet? Die Antwort dürfte ziemlich erschreckend sein. Klar, Benzin, Versicherungen und Steuer hast du auf dem Schirm. Aber was ist mit der mehr oder weniger regelmäßigen Reinigung? Was mit Knöllchen und Parkgebühren? Mancherorts ist eine Maut zu entrichten. Was ist mit Reparatur und Instandhaltung? Wir haben das mal zusammengerechnet, vor über zehn Jahren. Selbst für einen günstigen Wagen sind wir auf knapp 600€ im Monat (!) gekommen. Klar, wenn du weniger fährst, sparst du bisschen, aber der wirklich große Posten ist die Anschaffung bzw. die Abschreibung. Wenn du das Auto dann noch finanzierst, wird es halt richtig teuer. Bei größeren Autos landen wir dann gern mal bei über 1.000€ Vollkosten pro Monat. Wenn du uns nicht glaubst, dann doch dem ADAC, oder? (Quelle)

Mit einem e-Auto kannst du mittel- und langfristig schon mal deutlich sparen. Erstmal entfällt die Steuer. Die Wagen sind nicht so wartungsintensiv. Der Verbrauch bzw. die Laufleistung ist günstiger. Dafür sind sie in der Anschaffung teurer und der Wertverlust ist wohl noch höher als bei Verbrennern.

Egal ob Elektro oder Verbrenner, je weniger du fährst, umso günstiger. Überlege dir also, welche Wege du wirklich im eigenen Auto zurücklegen sollest. Für viele ist das eigene Fahrzeug eher bequem und Luxus als wirkliche Notwendigkeit. Weiterhin kannst du dein Fahrverhalten anpassen und so Geld sparen.

Und damit kommen wir zur nächsten Einsparstufe: Das eigene Auto abschaffen und stattdessen auf Carsharing setzen. Vor allem wenn du in der Stadt lebst und eher der:die Gelegenheitsfahrer:in bist, lohnt sich das. Der größte Kostenblock beim eigenen Auto sind Anschaffung bzw. Wertverlust. Du fährst vom Hof und die Karre verliert 25%. Das kann dir beim Teilauto egal sein. Die Anbieter sagen, bei Laufleistungen von bis zu 12-14.000 Kilometern pro Jahr (ca. 40km pro Tag) lohnt sich Carsharing gegenüber dem eigenen Auto.

Bei 8.000 Kilometer wird der Vorteil auf 1.600€ pro Jahr taxiert. (Quelle)

Auch diese Zahl hängt wieder von wahnsinnig vielen Faktoren ab.

Je weniger du mit dem Auto unterwegs bist, desto besser für das eigene Portmonee und übrigens auch für den Planeten. In Städten oder gut erschlossenen Randlagen ist das mit dem Nahverkehr meistens gut möglich. Dank des Deutschlandtickets brauchst du dir auch keinen Kopf mehr über Tarifzonen machen. Mit 63€ im Monat (Stand 2026) kannst du in ganz Deutschland jeden Bus, Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn und Regionalbahn nutzen. Die Einführung des Deutschlandtickets war ein echter Gamechanger.

Klar, der Bus fährt nicht immer und auch nicht exakt überall da hin, wo du willst. Und ja, du musst auch mal umsteigen oder warten. Und ja, die Deutsche Bahn ist auch kein Garant für Zuverlässigkeit. Dennoch überwiegen für mich persönlich die Vorteile. Ja, auf dem Land sieht das anders aus. Aber mehr als die Hälfte der Deutschen wohnt in der Stadt und könnte den ÖPNV nutzen. Im Vergleich zum Carsharing (in unserem Beispiel) würdest du also noch mal gut 3.000€ im Jahr sparen.

Kurze bis mittlere Strecken könntest du auch mit dem Rad zurücklegen. Die Infrastruktur für den Radverkehr wird immer besser. Damit kommst du in der Stadt z.B. regelmäßig sogar schneller voran als mit dem Auto. Dafür dürfte das Fahrvergnügen in der Stadt nicht so groß sein, wie z.B. am Stadtrand. Allerdings ist die Rushhour im Auto auch kein Spaß. Alles was du brauchst, ist ein Rad und ein bisschen Ausstattung. Klar kannst du dir auch das 8.000€ Gravelbike für deinen Weg zur Arbeit zulegen. Mit dem 500€ Rad kommst du aber genauso von A nach B. Neben der Geldersparnis hast du gleich noch ein gesundheitsförderndes Fitnesstraining inklusive.

Tja und die einfachste und günstigste Form der Fortbewegung? Geh doch mal wieder und häufiger zu Fuß! Die Kosten dafür betragen exakt 0€ und auch hier hast du den Fitnesseffekt.

Dein Einsparpotenzial ist höchst unterschiedlich, je nachdem von welcher Form der Mobilität du kommst, wie viel Mobilität du überhaupt brauchst, wo du wohnst usw. Aber gerade in der Stadt ist die Abschaffung des eigenen Autos aufgrund der vielfältigen Alternativen meist gut möglich und hat den größten Impact für dich, deinen Geldbeutel und die Umwelt.

Einkaufen und Freizeit

Kaffee mitnehmen statt to go

Was kostet dein täglicher Kaffee beim Bäcker? Je nachdem aber so um die 3€. Das sind in einer Arbeitswoche allein schon 15€ für deinen Koffeinkick am Morgen. Aufs Jahr gerechnet kommen da gute 600€ zusammen. Und zu Hause? ca. 20 Cent pro Tasse. (Quelle) Aufs Jahr gerechnet sind das beim gleichen Konsum also 40€. Du sparst also 560€, wenn du dir morgens deinen Kaffee zu Hause kochst und mitnimmst.

Kochen statt Lieferando

Was essen wir heute? Keine Ahnung, lass mal bestellen! So oder so ähnlich dürfte es in vielen deutschen Haushalten regelmäßig klingen. 2024 hat der Online-Liefermarkt immerhin 16 Milliarden umgesetzt. (Quelle)

Jede:r Deutsche hat also statistisch für 200€ Essen im Jahr bestellt. Jede Bestellung ist dabei etwa 15€ teuer plus Trinkgeld.

Wenn du selbst kochst (und vorher einkaufen warst) kostet dich eine Mahlzeit 1-5€. Da das wieder von zig Faktoren abhängt, lässt sich das natürlich nicht genau sagen. Aber bestellen ist 3-15-mal teurer als sich selbst in die Küche zu stellen. Wenn du dir einmal pro Woche Essen liefern lässt, macht das ca. 750€ im Jahr. Dein Sparpotenzial liegt dann also bei 500€ – 700€ pro Jahr.

Mittag vorbereiten statt Kantine

Wenn du abends kochst, ist es gerade als Single schwer, die richtigen Mengen zuzubereiten. Praktischerweise könntest du aber auch das, was übrig bleibt, für den nächsten Tag mit auf Arbeit nehmen. So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Wenn du richtig krass unterwegs bist, kannst du auch „meal preppen“.

Das heißt, du bereitest z.B. am Wochenende dein Mittag für die ganze nächste Woche vor. Du stellst dich also nur einmal hin (klar, etwas länger), hast dann aber den Rest der Woche Ruhe. Wenn du dir dein Mittagessen mitnimmst, statt in die Kantine zu gehen, kannst du i.d.R. wieder ordentlich sparen. Kantine dürfte nicht so teuer sein, wie Bestellen, aber selbst gemacht ist allemal günstiger. Online finden sich Durchschnittszahlen von 5-8€ pro Mahlzeit zuzüglich Dessert und Getränke.

Nehmen wir einfach mal die 8€. Dann sind das schon 40€ pro Arbeitswoche bzw.ca 1.600€ im Jahr. Sparpotenzial: 3-7€ je Mahlzeit, also 600€ – 1.400€ pro Jahr.

Speiseplan und richtig einkaufen

Ca. 75kg Lebensmittelabfälle produziert jede:r Deutsche pro Jahr! (Quelle)

Das sind 1,5kg pro Woche. Private Haushalte haben den größten Anteil an Lebensmittelabfällen von allen Bereichen. Ein guter Teil davon sind vermeidbare Abfälle. Ein Drittel unserer gesamten Produktion landet in der Tonne. (Quelle)

Das ist natürlich nicht nur eine Umweltkatastrophe, sondern auch eine Katastrophe für deinen Geldbeutel. Laut WWF wäre mehr als die Hälfte vermeidbar.

Wie das geht? Mit einer guten Planung und einem Einkaufszettel (gibt’s auch als App). Viele Lebensmittel fliegen weg, weil sie aus einem Impuls heraus gekauft wurden. Wer kennt es nicht? Nach dem anstrengenden Tag hungrig in den Supermarkt und zugreifen, worauf man gerade Bock hat. Lieber mal noch ne zweite Packung nehmen, man hat ja großen Hunger. Das ist der Garant für zu viel und damit Lebensmittelverschwendung. Besser ist es, du machst dir (nicht hungrig!) einen Plan für die nächste Woche und kaufst nicht hungrig mit einem (digitalen) Einkaufszettel ein. Vom großen Wochenendeinkauf raten dir alle Expert:innen ab. Viele Lebensmittel sind auch noch gut und müssen nicht sofort wegfliegen.

Dein Sparpotenzial ist riesig. Je nachdem, wie viel du überhaupt für Lebensmittel ausgibst und dein aktuelles Wegwerfverhalten aussieht. Wenn wir im Durchschnitt jedoch die Hälfte unserer Verschwendung vermeiden können, kannst du ein Drittel bis die Hälfte beim Einkauf sparen. Die Deutschen geben im Schnitt 335€ pro Monat für Lebensmittel aus. (Quelle) 100€ pro Monat könnten also im Schnitt gespart werden.

Leitungswasser statt Mineralwasser

Im Schnitt trinken die Deutschen 130 Liter Mineralwasser pro Jahr. (Quelle) Das bedeutet, dass sich der Konsum innerhalb von gut 40 Jahren mehr als verdreifacht hat! (Quelle) Einen wirklich sinnvollen Grund für diesen rasanten Anstieg gibt es eigentlich nicht. Es ist eher Lifestyle und ein Statement. Denn Leitungswasser ist weniger belastet, strenger kontrolliert, umweltschonender, es entfällt das Tragen und es ist auch noch um Längen günstiger.

Ein Mineralwasser kostet, je nachdem ob es ein Wasser aus dem Discounter oder ein Markenwasser ist, 18 Cent und 1,30 Euro. (Quelle) Macht beim Durchschnittskonsum von den 130 Litern pro Jahr demnach 23€ – 169€ aus.

Leitungswasser dagegen kostet 0,4 Cent pro Liter. Das sind also ganze 52 Cent im Jahr. Also nichts. Willst du dir das Wasser noch aufsprudeln, wird es teurer. Die Kosten lägen bei ca. 30€.

Leitungswasser statt Mineralwasser spart dir also pro Jahr zwischen 22€ und 168€. Je mehr Mineralwasser du trinkst und ja teurer es ist, desto größer die Ersparnis.

Leihen statt kaufen (Bibo, Baumarkt, Nachbarn)

Mal Hand aufs Herz: Wie viele von den Büchern, die du dir gekauft hast, hast du gelesen? Wie oft benutzt du Heimwerker-Geräte wie Bohrmaschine oder Zug-,Kapp- und Gärungssäge? Vieles von dem, was wir uns im Überschwang kaufen, weil wir ein großartiges Projekt umsetzen wollen, landet in irgendeiner Ecke und verstaubt. Oftmals ist das Haben wichtiger als das Nutzen. Dabei gibt es eine gute und v.a. günstigere Alternative: Leihen.

Für 15€ bekommst du einen unbegrenzten Zugang zu Büchern, Zeitschriften, Filmen, Spielen und Serien. Die Bibliothek ist eine der großartigsten Erfindungen, die jemals gemacht wurden. Früher waren sie Hort des Wissen und der Garant, dass dieses nicht verloren geht. Heutzutage dürfte die Hauptaufgabe darin liegen, allen Menschen den Zugang zu diesem Wissen kostengünstig (oder kostenfrei) zu ermöglichen. Du kannst den ganzen Tag dort verbringen und schmökern. Die Bibliotheken sind auch im Streamingzeitalter angekommen. So hast du mittlerweile auch darüber einen Zugang zu einem umfangreichen Streamingangebot. Außerdem bekommst du in vielen Häusern selten genutzte Geräte oder Technik zur Ausleihe in der sogenannten Bibliothek der Dinge. Du willst zur Mondfinsternis mal ein Teleskop ausprobieren? Vielleicht findest du es ja bei dir in deiner Bibliothek!

Mittlerweile geben die Deutschen pro Kopf 62€ für digitale Abos aus. (Quelle) Das sind 720€ im Jahr. Die Hälfte könnte man sicherlich einsparen.

Wie viel pro Kopf für Bücher und Zeitschriften ausgegeben wird, ist gar nicht so leicht rauszufinden. Ältere Zahlen von 2018 sagen um die 140€ pro Jahr für Bücher. (Quelle) Für Zeitschriften gibt es unterschiedlichste Zahlen.

Das Sparpotenzial lässt sich hier nicht so konkret ermitteln. Wenn du aber mehr als ein Buch kaufst oder eine Zeitschrift abonnierst, fährst du in der Bibo schon günstiger.

Im Baumarkt kannst du selten genutzte Geräte ausleihen. Das ist allemal günstiger, als sich für ein einzelnes Projekt etwas neu zu kaufen.

Und letztlich gibt es ja noch die lieben Nachbarn, die du mal fragen kannst. Wenn jede:r irgendwas hat, kann man sich gut reinteilen. Und außerdem ist es ein guter Anlass, sich mal kennen zu lernen. Dafür gibt es sogar Sticker, die du dir bzw. ihr euch auf eure Briefkästen kleben könnt. So weiß jede:r im Haus, wer was hat. (Quelle)

Denk dran: sharing is caring!

Abos prüfen

Apropos Abos: Wann hast du die eigentlich mal überprüft? In regelmäßigen Abständen mal deine Abos, Daueraufträge und Lastschriften durchzugehen, kann wahre finanzielle Wunder bewirken. So wie manche ihre Wohnungen mit allerlei Krimskrams vollstellen, sammeln sich bei anderen im Laufe der Zeit langlaufende Verpflichtungen an. Vieles nutzt du vielleicht gar nicht mehr oder nur sehr begrenzt.

Der Klassiker ist natürlich das Fitness-Studio. Die beste Zeit für die Studios ist der Januar, wenn viele ihre Neujahrsvorsätze umsetzen möchten und sich anmelden. Bei nicht wenigen erlahmt dann leider der Eifer recht schnell wieder. Dennoch bleibt die Mitgliedschaft. Oftmals auch über die 12 oder 24 Monate hinweg. Das ist der Klebeeffekt. Viele Abo-Modelle machen sich die Trägheit der Kund:innen zu nutze. Denn die Kündigung ist ersten mit Aufwand verbunden und zweitens mit einer Art Verlust. Beides wollen wir am liebsten vermeiden.

Was dagegen hilft: Einmal im Jahr hinsetzen, Kontoauszüge durchgehen und ausmisten. Oder auch: Für jedes neue Abo fliegt mindestens ein altes raus.

Sparpotenzial? Keine Ahnung.

Fitness-Studio

Das Fitness-Studio ist eine gute Überleitung zur nächsten Kategorie. Sport ist gesund, keine Frage. Aber er kann auch ganz schön viel kosten. Obwohl Bewegung erstmal eigentlich nichts kosten (muss). Statt also aufs Laufband könntest du auch vollkommen kostenfrei und mit frischer Luft wandern oder spazieren. Gerade spazieren ist besonders geeignet. Du brauchst außer dem, was du sowieso hast, NICHTS. Nicht mal ein Ziel. Außerdem lernst du so nebenbei deine Stadt (besser) kennen. Mittlerweile bilden sich sogar Spazierclubs. (Quelle) Da spazierst du dann mit vielen anderen Menschen durch die Gegend.

Nun ist spazieren nicht die sportlich herausforderndste Bewegung, schon klar. Wandern ist da schon eine Schippe drauf.

Viele nutzen das Studio aber vor allem fürs Krafttraining. Auch dessen positive Wirkung auf Körper und Geist ist gut erforscht. Aber auch hier gibt es immer mehr kostengünstige oder kostenfreie Alternativen. So haben viele Städte erkannt, dass sich nicht jede:r ein Fitness-Studio leisten kann und dennoch trainieren möchte. Dafür richten die Städte Outdoor-Gyms ein. Meistens mit Anleitungen für vielfältige Übungen. Wenn du nicht gerade Body Builder werden möchtest, reichen diese Installationen und Geräte vollkommen aus.
Bei Calisthenics nutzt du mit speziellen Übungen dein Körpergewicht fürs Krafttraining. Fast alles, was du dafür brauchst, findest du Zuhause oder eben in einem solchen Outdoor-Gym. Probiers mal aus!

Im Schnitt liegen die Kosten fürs Fitness-Studio bei 40€ pro Monat. (Quelle) Sie reichen von 30€ bis 70€. Dein Sparpotenzial liegt also bei 360€ – 840€ im Jahr.

reduce, reuse, repair

Zuletzt kannst du noch deinen Konsum insgesamt auf den Prüfstand stellen. Als erstes geht es darum, weniger zu kaufen. Beispiel Klamotten: Von den geschätzt 5 Milliarden (!) Kleidungsstücken in deutschen Schränken werden 2 Milliarden (!) so gut wie nie getragen. (Quelle)

Das sind 40%. Überlege mal, du würdest einfach 40% weniger für Klamotten ausgeben. Die Deutschen geben im Schnitt 550€ für Bekleidung und Schuhe pro Jahr aus. (Quelle) Allein hier läge das Sparpotenzial also bei 220€ im Jahr.

Dinge, die du eigentlich nicht mehr nutzt, kannst du aber entweder in einem anderen Kontext wiederverwenden oder jemand anderen geben, damit er oder sie es weiterhin nutzen kann. Im reuse liegt der zweite Hebel. Denn viele Dinge sind ja noch voll in Ordnung, wenn sie in den Müll wandern. Auch wenn es für manche ein Gräuel ist, sind die „Verschenke“-Kisten am Hauseingang eigentlich eine gute Sache. Sofern sie nicht als Müllhalde missbraucht werden. Dinge, die noch funktionieren, kann man sich ohne viel Aufhebens mitnehmen.

Jemand anderes freut sich vielleicht. Auch Kleidertauschringe gehen in diese Richtung. Der beste, bekannteste und beliebteste Anwendungsfall ist der Flohmarkt. Da musst du aber halt ein bisschen Zeit aufwenden. Dafür winkt der eine oder andere Euro für deinen Kram und sicherlich viele gute Geschichten beim Handeln.

Zuletzt sollten wir noch eine Fähigkeit wiederentdecken: das Reparieren. Sobald etwas scheinbar nicht mehr funktioniert, fliegt es weg. Dabei lassen sich viele Sachen mit wenig Mühe wieder herrichten und reparieren. Für kompliziertere Sachen findest du in immer mehr Städten Repair Cafés. (Quelle) In diesen sind die nötigen Werkzeuge vorhanden und Leute da, die dir dabei helfen. Leider tritt gerade bei Elektronik häufig eine künstliche Obsoleszenz auf. Das heißt, der Hersteller hat das Produkt exakt so gebaut, dass es nach kurzer Zeit kaputt geht, damit du was Neues kaufst. Dank des neuen europäischen Rechts auf Reparatur soll das eingedämmt werden. (Quelle) Schauen wir mal, wie das in der Praxis funktioniert.

Das Sparpotenzial ist wieder schwer zu beziffern. Aber eine französische Studie taxiert den Vorteil bei 1.000€ bis 2.000€ pro Jahr. (Quelle) Hinzu kommt natürlich der enorme positive Einfluss auf die Treibhausgasemissionen. Eine Win-Win-Situation für dich und den Planeten.

Fazit – Geld sparen bedeutet nicht automatisch Verzicht

Schauen wir uns mal alle Bereiche an:

Wow, das sind ziemlich beeindruckende Zahlen! Klar, die 33.000€ klingen erstmal voll utopisch. Und ja, das würde ja nur klappen, wenn du in allen Bereichen bisher am obersten Ende der Skala unterwegs bist.

Aber selbst wenn du nur mit einem kleinen Schritt — buchstäblich — anfängst und das Fitness-Studio kündigst, um draußen und in der Stadt Sport zu machen, hat das schon einen Effekt.

Jetzt klingt das fast alles irgendwie nach Verzicht. Verzicht schmerzt erst einmal: Bahn statt SUV, Rügen statt Bali, iPhone 5 statt iPhone 11, 60qm Wohnung statt 135qm Einfamilienhaus, leihen statt kaufen. Bei den Debatten diskutieren wir immer nur den Verlust, nie den Gewinn, den uns der Verzicht bringen kann: Freiheit. Die Freiheit, weniger arbeiten zu müssen, da man weniger ausgibt. Freizeit: Die Freizeit, die man sich ständig wünscht, aber nie realisiert, weil man noch dieses oder jenes fertigstellen muss. Entspannung: Die Entspannung, weil weniger Dinge kaputt oder verloren gehen oder gestohlen werden. Lasst uns doch mal aus der Perspektive diskutieren!

Wir wünschen die viel Freude und gute Ersparnisse bei der Umsetzung.

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Dein Tom und dein Stephan

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