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Was kostet dein Auto wirklich?

Des Deutschen liebstes Spielzeug ist nach wie vor das Auto. Doch was kostet der fahrbare Untersatz denn wirklich? Und wie viel unserer kostbaren Lebenszeit geben wir nur dafür aus?

Was kostet dein Auto wirklich? Viele Positionen bemerkst du nicht immer direkt. Wir haben mal nachgerechnet. Das Ergebnis ist krass.

In Deutschland sind 47,1 Millionen PKW zugelassen (Stand 01.01.2019). 2018 wurden ca. 1,1 Millionen Fahrzeuge neu angemeldet. Diese beeindruckenden Zahlen und die Erfahrungen in unseren Beratungen haben uns veranlasst, das Thema Autokauf mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Autokauf

Los geht’s ja immer mit dem Kauf der Karre selbst. Gebraucht? Neu- oder Jahreswagen? Leasing? Direkt vom Händel oder über ein Online-Portal? Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Alle Wege haben ihre Berechtigung und alle haben Vor- und Nachteile. Wichtig: Dein Auto sollte zu deinem Geldbeutel passen . Leider missachten viele gerade diesen Grundsatz häufig. Viele kaufen ein Auto nach dem Motto: Hauptsache groß und schnell.

Entscheidender als das “Wie” und “Was”, ist das „Ob“. Im Klartext: in den meisten Fällen ist das Auto ein Luxusgut und keine Notwendigkeit. Du brauchst kein Auto, wenn du

  • in der Stadt wohnst,
  • nicht außerhalb arbeitest,
  • keine Besuche bei Kunden vor Ort hast.

In diesen Fällen ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, Car-Sharing-Angebote und Taxi wirtschaftlich sinnvoller. Das Auto ist in diesen Fällen also ein Luxusgegenstand.

Alle Kosten des Autos

Wie luxuriös so ein Auto tatsächlich ist, zeigen wir mit der folgenden Aufstellung. Wir haben einmal alle relevanten Kosten bei der Anschaffung und Unterhaltung eines Autos zusammengefasst. Über jeden einzelnen Punkt lässt sich sicher trefflich streiten. Entscheidend ist aber vielmehr, sich einmal alle Punkte zu vergegenwärtigen und zu berücksichtigen. Wir gehen in unserer Auflistung von einem Neuwagen aus. Daher ist der Anschaffungspreis entsprechend hoch. Du kommst sicher günstiger, wenn du einen Gebrauchten kaufst. Allerdings ist dann beispielsweise der Aufwand für die Reparaturen meist höher.

Anschaffung/Finanzierung 25.000€
Kreditkosten (6,5% eff. Zins, 6 Jahre Laufzeit) 5.200€
Verbrauch (1,70€/l Super, 9.000 km p.a., 7l/100km) 1.100€ pro Jahr
Versicherung: Haftpflicht, Vollkasko 80€ pro Monat
Steuer 150€ pro Jahr
TÜV/HU (nach drei Jahren, dann alle 2 Jahre): 100€ je HU
Durchsicht (Ölwechsel, Pollenfilter, jedes Jahr): 100€ pro Jahr
Reifen (1 Satz Winter, 1 Satz Sommer, alle 4 Jahre): 800€
Reparaturen (über die Nutzungsdauer): 1.500€
Reinigung: 100€ pro Jahr
Parken + Stellplatz: 40€ pro Monat
Nutzungsdauer: 7 Jahre
Wiederverkaufspreis: 5.000€

Wenn wir nun alle Kosten zusammenfassen und aufs Jahr bzw. den Monat runterbrechen, ergibt sich folgendes Bild:

Gesamtkosten in 7 Jahren: 53.030€
Abzgl. Wiederverkaufspreis 48.000€
Gesamtkosten pro Jahr: 6.850€
Gesamtkosten pro Monat: 570€

Wenn du ein Auto dieser Preisklasse kaufst, blätterst du also im Laufe der Zeit einen riesigen Batzen Geld hin. Selbst wenn du auf einen Gebrauchten für ca. 8.000€ setzt, zahlst in sieben Jahren Nutzung knapp 30.000€ oder 350€ pro Monat.

Lebenszeit für ein Auto

Das durchschnittliche Nettoeinkommen eines*einer Arbeitnehmer*in betrug 2018 1.945€. Bei den monatlichen Kosten von 570€ geht also ein Viertel der Einnahmen nur fürs Auto drauf. Beim Gebrauchten ist es etwa ein Fünftel. Die Jahresarbeitszeit für Vollzeit Beschäftigte betrug 2018 1.648 Stunden. Du gehst im Durchschnitt also über 400 Stunden pro Jahr für dein Auto arbeiten! Hinzu kommen noch die 50 Stunden jedes Jahr, die wir im Stau verbringen.

Fazit

Das eigene Auto ist in aller Regel ein Luxusobjekt. Wenn du nicht beruflich oder anderweitig wirklich dringend darauf angewiesen bist, kaufe es nicht. Nutze im Zweifel die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, Car-Sharing-Angebote, das Rad oder gehe zu Fuß. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Aktualisiert am 06.01.2020

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