Altersvorsorge vs. Kapitalanlage

Altersvorsorge vs. Kapitalanlage verfolgen unterschiedliche Ziele – und genau deshalb brauchst du beides, aber nicht im gleichen Produkt. Rentenversicherungen sichern deine lebenslange Basis-Versorgung ab, während du mit einer flexiblen Kapitalanlage Vermögen für deine freien Wünsche aufbaust. Wer diesen Unterschied versteht, trifft deutlich bessere Entscheidungen bei Beiträgen, Produkten und Risiko – und verhindert, dass hart verdientes Geld in der falschen Schublade landet.

Du verdienst gut, sparst fleißig – und hast trotzdem das Gefühl, beim Thema Geld irgendetwas falsch zu machen? Ein Kernproblem: Viele werfen Altersvorsorge und Kapitalanlage in einen Topf und wundern sich später, warum sie zwar eine sichere Rente, aber zu wenig verfügbares Vermögen haben – oder umgekehrt.

Wenn du verstehst, wofür welche Strategie gedacht ist, kannst du bewusst entscheiden: Was soll dir Sicherheit kaufen, und was soll dein Vermögen wirklich wachsen lassen?

Ziele

Schauen wir uns zuerst die Ziele von Altersvorsorge und Kapitalanlage an.

Bei der Altersvorsorge geht es darum, dass du eine lebenslange, mindestens gleichbleibende Versorgung deutlich oberhalb der Grundsicherung aufbaust. Die DIN für die Analyse von Privathaushalten definiert diese finanzielle Grundversorgung beim Mindestlohnniveu, wenn du Vollzeit arbeiten gehst. Derzeit (2025) sind das etwa 1.500€ netto.

Bei der Kapitalanlage geht es darum, Vermögen aufzubauen, dass du zur freien Verwendung zur Verfügung hast. Die Rendite sollte oberhalb der Inflation liegen, da du ansonsten unterm Strich Geld/Vermögen verlierst oder es nicht mehr wird, sondern seine Kaufkraft nur erhält.

Parameter

Als nächstes betrachten wir die verschiedenen Parameter, die eine Rolle spielen, um dieses oben formulierte Ziel zu erreichen. Die Parameter haben wir dabei nach Relevanz für das Ziel sortiert.

Altersvorsorge

Garantieniveau:

Der entscheidende Parameter ist das Garantieniveau. Das besagt, wie viel Geld du nominal (also als absolute) Zahl brauchst/willst. Das muss garantiert sein. Unsere 1.500€ oben sind ja nur die unterste Grenze. Es kann ja auch sein, du brauchst/willst 3.000€ im Monat, um ruhig schlafen zu können. Je höher das Garantieniveau, desto teurer wird’s. In unseren Beratungen empfeheln wir die 1.500€. Wer mehr will, sollte das gut begründen können.

Spardauer:

Der nächste Punkt ist, wie lange du sparst. Je früher du anfängst, desto besser.
Lebenserwartung: Je länger du lebst, desto länger muss die Grundversorgung gesichert sein. Wie lang genau du lebst, weiß niemand. Allerdings gibt es Statistiken, wie alt Menschen im Schnitt werden. Dafür gibt es sog. Sterbetafeln. Die findest du z.B. hier. Entscheidend ist aber nicht deine Lebenserwartung bei Geburt, sondern wenn du in Ruhestand gehen willst, also z.B. mit 65 Jahren. Bist du männlich, konntest du 2023 mit 65 Jahren mit einer sog. Restlebenserwartung von 17,5 Jahren rechnen. Du müsstest also min. 18 Jahre die Grundversorgung garantiert bekommen. Allerdings sollte man einen Puffer einplanen. Das machen z.B. Versicherer. Die müssen deine Rente ja im zweifel zahlen bis du 105 Jahre alt bist.

Inflation:

Die Inflation oder der Kaufkraftverlust macht im Laufe der Zeit aus 100€ weniger. Bzw. du kannst dir von den 100€ heute in 40 Jahren nicht mehr etwas für 100€ kaufen, sondenr z.B. nur noch für 45€ (bei 2% Inflation). Je höher die Inflation, desto weniger sind die 1.500€ (von oben), die in deinem Vertrag heute drin stehen in 40 Jahren wert. Um im Beispiel zu bleiben, müsstest du also einen Vertrag abschließen, der dir 3.000€ in 40 Jahren garantiert, damit du dir dann das gleiche wie heute für 1.500€ kaufen kannst. Daraus folgt auch, dass je früher du anfängst und je länger du lebst, die Inflation umso stärker wirkt.

Rentenfaktor:

Der Rentenfaktor besagt, wie viel Rente du für X Euro Kapital, dass du bis dahin angespart hast, bekommst. Je höher dieser Faktor, desto besser. Üblich sind Faktoren zwischen 20 und 30€ Rente monatlich je 10.000€ Kapital. Wenn du also 1.500€ garantierte Rente haben willst, müsstest du bei einem Versicherer also zwischen 750.000€ und 500.000€ abladen. Selbst ein vermeintlich geringer Unterschied macht so schon ganz schön was aus. Drehen wir unser Beispiel um. Du hast 500.000€ gespart/geerbt. Bei Versicherer A gibt’s die 30€/10.000€, bei Versicherer B 25€/10.000€. Dann bekommst du von A eben 1.500€ ausgezahlt und bei B nur 1.250€. Lebenslang.

Beitrag:

Wer mehr einzahlt, kriegt mehr raus. Logisch. Je höher die Rendite bzw. die Überschüsse und je länger die Spardauer, desto geringer die Auswirkung der Höhe des Beitrags aufs Endkapital. Beispiel (alles ohne Steuern, Kosten, Inflation, Dynamik): Wenn du 100€ monatlich 40 Jahre lang zur Seite legst und dafür unterm Strich 2% bekommst, hast du am Ende 73.000€. Zahlst du stattdessen 200€ ein, hast du logischerweise am Ende 146.000€. Die 146.000€ erreichst du aber auch, wenn du 5% Rendite machst oder 60 Jahre sparen würdest. Daraus folgt aber auch, dass beim Thema Altersvorsorge (wo Rendite eine eher untergeordnete Rolle spielt) der Beitrag sehr wichtig ist.

Dynamik:

Oben haben wir ja schon die Inflation und den Kaufkraft besprochen. Das gleiche gilt ja auch für deinen Beitrag. Deswegen ist eine Dynamik nicht verkehrt. So wie du regelmäßig eine Gehaltserhöhung bekommst (bekommst du doch, oder?) solltest du regelmäßig den Beitrag erhöhen. Das ist auch psychologisch clever. Heute auf 100€ zu verzichten schmerzt. Morgen auf 100€ zu verzichten tut nicht so wenig. Und noch weniger Schmerz hast du, einen Teil der Gehaltserhöhung gleich wegzulegen, denn das Geld hast du ja nie „besessen“. So kannst du dich und deine Psyche austricksen.

Beispiel: Statt 200€ heute für die 146.000€ zu sparen (bei 2% Rendite), kannst du auch den Beitrag jedes Jahr um 2% erhöhen. Was glaubst du, mit wie viel du heute starten müsstest? Es sind nur 140€ (statt der 200€). Das klingt gleich viel machbarer.

Kosten:

Nix ist umsonst. Klar. Doch Versicherer gelten als besonders kostenträchtig. Und das ist nicht falsch. Allerdings müssen wir hier unterscheiden. Es gibt die Risikokosten. Das ist also der Beitrag, den du dafür zahlst, dass die Versicherung das Risiko übernimmt, dass du 105 Jahre alt wirst. Das sind sinnvolle Kosten und auch der einzige Grund für eine Versicherung. Das andere sind die Vertriebs- und Verwaltungskosten. Je höher die sind, desto weniger legt der Versicherer von deinem Beirag wirklich an. Direktversicherer und Nettotarife sind da am besten.

Überschüsse/Rendite:

Versicherer legen deinen Sparbeitrag an. Also das, was nach Kosten für Vertrieb und Verwaltung drauf gegangen ist. Dieser Betrag wird irgendwo angelegt und erwirtschaftet Überschüsse. Davon werden einerseits die Grantien bezahlt und andererseits wirst du daran beteiligt. Je höher die Überschüsse, desto höher fällt die Rente am Ende aus. Diese Überschüsse sind dann allerdings eben nicht garantiert. Daher gilt i.d.R.: Je höher die Überschüsse, desto unsicherer sind sie.

Anlage:

Aus der Überlegung der Überschüsse folgt logischerweise der Punkt der Anlage. Also wie wird dein Sparbeitrag (nach Kosten) angelegt? Früher gab es hauptsächlich sog. Klassische Renten- oder Lebensversicherungen. Da wanderte das ganze Geld in sog. Festverzinsliche Wertpapiere. Das sind Anleihen also Schulden von Staaten (und weniger von Unternehmen). Da Staaten fast nie pleite gehen, gelten die als besonders sicher. Früher gab es damals dafür dennoch ordentlich Rendite. So um die 4-6%. Das ist heute irgendwie unvorstellbar. In Zeiten von Niedrigzins lagen wir zeitweise sogar im negativen Bereich! Wenn der Versicherer dein Geld also genutzt hat, um deutsche Staatsanleihen zu kaufen, musste der Versicherer sogar noch Geld bezahlen. Aktuell (2025) liegen wir so 2,5%. Da Versicherer einen Großteil ihrer Versprechen garantieren müssen, haben sie wenig Möglichkeiten in andere, renditestärkere Anlagen zu investieren. Wenn du aber z.B. eine fondsgebundene Rentenversicherung abschließt, wandert dein Beitrag nicht in solche festverzinslichen Papiere, sondern in von dir gewählte Fonds. Allerdings hast du dann ein geringeres Garantieniveau.

Zusatzbausteine:

An Rentenversicherungen kannst du jede Menge Zusatzbausteine pflanschen. Sinnvoll kann es z.B. sein, dass der Versicherer die Beiträge übernimmt, wenn du berufsunfähig geworden bist. Denn droht oft auch Altersarmut. Je mehr Bausteine, desto teurer wird’s allerdings und das reduziert deine Rente.

Rentengarantiezeit:

Beziehst du eine Rente und stirbst, wird an die Erben i.d.R. nur das verbliebene Kapital ausgezahlt. Das ist am Anfang viel, wird dann immer weniger. Du kannst mit dem Versicherer jedoch vereinbaren, dass du bzw. deine Hinterbliebenen mindestens X Jahre die vereinbarte Rente bekommen. Das gibt Sicherheit, kostet aber.

Steuer/Sozialabgaben:

Zuletzt kommt der Punkt Steuern/Sozialabgaben. Das sollte tatsächlich erst ganz zum Schluss deine Entscheidung beeinflussen, da sie sich eh ständig ändern. Die Altersvorsorge danach auszurichten führt nicht selten zu Problemen. Es gibt Verträge, die haben Vorteile beim Sparen und welche, die haben Vorteile im Rentenbezug.

Kapitalanlage

Wertentwicklung:

Der entscheidende Faktor ist die Wertentwicklung oder Rendite. Sie sagt, um wie viel dein eingesetztes Kapital wächst. Ist das oberhalb der Inflationsrate, kannst du dir ein Jahr später mehr davon leisten. Dein Vermögen ist real gestiegen. Liegt sie darunter, verlierst du Vermögen, da du dir weniger davon kaufen/leisten kannst.

Da es sich um eine exponentielle Entwicklung handelt, verstehen wir sie nicht intuitiv und unterschätzen die Wirkung häufig. Das haben wir spätestens in der Corona-Pandemie gelernt. Deswegen müssen wir rechnen um zu verstehen. Oder wir nutzen eine Faustregel: die 72-Regel. Um näherungsweise zu bestimmen, wie lange es dauert, bis sich dein Kapital verdoppelt hat, teilst du 72 durch den Zins. Legst du also dein Geld zu 8% pro Jahr an, dauert es nur ca. 9 Jahre bis zur Verdopplung. Bei 2% dauert es 35 Jahre. Du hast bei 8% Rendite nach 35 Jahren also nicht das vier Mal so viel Kapital, sondern das acht Mal so viel Kapital wie bei 2% (vier Verdopplungen, statt einer).
Allerdings gilt: Je höher die Rendite/Wertentwicklung, desto höher das Risiko, also die Schwankungen oder die Möglichkeit, dass das Kapital verloren geht.

Spardauer:

Zusammen mit einer guten Wertentwicklung ist die Spardauer der größte Hebel. Durch den Zinseszins-Effekt entsteht das „achte“ Weltwunder. Denk an die Verdopplungszeit oben. Je öfter sich das Kapital verdoppelt, desto mehr kommt am Ende raus.

Kosten:

Wertentwicklung und Spardauer kannst du nur abschätzen und sind ungewiss. Die Kosten sind der einzuge Faktor, der im Vorhinein nahezu gewiss ist. Dabei gilt: Je höher die Kosten, desto geringer unterm Strich die Rendite. Bei der Auswahl der geeigneten Finanzprodukte solltest du also v.a. auf die Kosten achten und dich nicht von vermeintlich hohen versprochenen Wertentwicklungen blenden lassen. Vielfach werden höhere Kosten mit einem „besseren“ Fondsmanagement begründet. Also der Behauptung, dass die höheren Kosten es wert sind, da das Fondsmanagement mehr Rendite als ein Vergleichsindex erzielt. Allerdings schlägt auf längere Sicht niemand „den Markt“. Das heißt, die höheren Kosten für sog. Aktives Fondsmanagement lohnen sich nicht.

Das ist in etwa so, also wenn du die Wahl zwischen zwei Autos mit unterschiedlicher Leistung hast. Das eine fährt maximal 100km/h. Das andere kann doppelt so schnell fahren, kostet aber auch deutlich mehr. Wenn du eh überall mit maximal 100km/h unterwegs bist, ist es schön, dass du theoretisch schneller fahren könntest, du kommst aber nirgends schneller an.

Beitrag:

Je mehr du einzahlst, desto mehr kommt raus. Dafür muss man kein Genie sein. Einzahlen solltest/kannst du alles, was du nicht kurzfristig oder für die Altersvorsorge (Basis-Versorgung) brauchst.

Dynamik:

siehe oben.

Risikobereitschaft:

Das ist neben den Kosten die zweite große Stellschraube für dich. Es geht darum, wie viel Risiko du tragen möchtest. Risiko ist das Maß an Unsicherheit. Meistens nutzen wir dafür die Schwankungsbreite. Das heißt, um wie viel Prozent schwankt der Kurs eines Wertpapiers um seinen Mittelwert? Je größere die Schwankungen, desto mehr geht es rauf und runter. Je geringer die Schwankungsbreite, desto ruhiger läuft das Ganze. Eine zweite Möglichkeit ist der maximal draw down. Also um wie viel Prozent ist es in der Vergangenheit maximal nach unten gegangen? Liegt der MDD bei z.b. 30%, ist das Wertpapier in der Vergangenheit um maximal 30% nach unten gerauscht, bevor es sich wieder erholt hat und wieder gestiegen ist.

Wenn du also alles Geld auf ein solches Wertpapier setzen würdest, könnte sich dein Kapital um eben diesen Prozentsatz verringern. Frage dich, ab wie viel Prozent Verlust deines eingesetzten Kapitals du unruhig schläfst.

Die Risikobereitschaft zu messen, ist nicht ganz einfach. Eine Fragestellung, die dir dabei helfen kann, ist folgende: Was ist dir wichtiger: A) Dein Ziel zu erreichen oder B) Der Weg zum Ziel? Tendierst du zu B, bist du sicherheitsliebender. Deine Risikobereitschaft ist tendenziell geringer.

Dabei gilt: Je geringer deine Risikobereitschaft, desto geringer wird deine erzielte Rendite.

Assets:

Die Assets oder Anlageklassen sind die unterschiedlichen Arten von Wertpapieren. Grundsätzlich gibt es folgende Assets:

  • Aktien: Anteile an Unternehmen
  • Anleihen: Kredite (Fremdkapital) von Unternehmen oder Staaten
  • Geldmarkt/Guthaben: Bargeld, tagesgeld, Geldmarktfonds usw.
  • Immobilien: Wohnungen, Büros, Gewerbe usw.
  • Rohstoffe: Gold, Silber, Öl, Weizen usw.
  • Alternative: Kryptos, private Equity, Oldtimer usw.

Alle Finanzprodukte leiten sich davon ab, egal wie viele Schleifen da noch drum sind. Alle Anlageklassen haben ihre Vor- und Nachteile und unterschiedliche Risiken und Ertragschancen. Aktien und Alternative bieten die höchsten Renditen, aber auch die größten Risiken. Anleihen und Immobilien gelten als sicherer, aber weniger renditestark.

Geldmarktprodukte sind besonders liquide und verfügbar.

Die Kunst besteht darin, die Anlageklassen gemäß dem Risiko-Rendite-Profil zusammenzustellen (die sog. Asset Allocation). Dabei zeigt die Forschung, dass man mit einer geschickten Zusammenstellung ein Portfolio optimieren kann, so dass man mehr Rendite bei gleichzeitig geringerem Risiko bekommt, also wenn man z.B. einfach nur auf Aktien setzt.

Inflation:

siehe oben. Da deine Rendite i.d.R. über der Inflation liegt, spielt sie eine untergeordnete Rolle.

Steuer:

Auf Erträge zahlst du 25% Kapitalertragssteuer und Soli. Dabei gibt es den Sparerpauschbetrag, der steuerfrei bleibt. Je nachdem, ob du direkt oder in Fonds, in welche Fonds du investierst, gibt es unterschiedliche Systematiken bei der Besteuerung. Sie sollte aber keine große Rolle bei der Wahl deiner Anlagen spielen.

Produkte

Wenn du dein Ziel und die Parameter geklärt hast, geht es an die Produktauswahl.

Altersvorsorge

Basis-Rente:

Gehört zur 1. Schicht. Das heißt, du bekommst ausschließlich eine Leibrente. Leibrente heißt, sie ist lebenslang in min. der Höhe garantiert. Du kannst nicht zwischendruch ans Kapital oder dir etwas auszahlan lassen. Die Einzahlungen sind steuerbefreit. Die Rente unterliegt der Einkommensteuer. Du kannst weitere Zusatzbausteine wie eine Beitragsbefreiung bei BU einschließen. Das Garantieniveau kannst du eingeschränkt selbst festlegen. Je höher es ist, desto mehr festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) mit tendenziell geringeren Erträgen sind drin.

Riester-Rente:

Gehört zur 2. Schicht. Der Staat fördert mit Zulagen und Steuervorteilen das Sparen in diesem Produkt. Dafür ist der maximale Beitrag recht gering. Du erhältst eine Rente, kannst aber auch ein Teil auszahlen lassen. Die Rente ist voll zu versteuern. Zusatzbausteine sind nicht möglich. Du kommst zwar zwischendurch ans Geld, aber dann musst du Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Das Garantieniveau kannst du eingeschränkt selbst festlegen. Allerdings muss dir der Versicherer die Beiträge und Zulagen garantieren.

Betriebs-Rente:

Gehört auch zur 2. Schicht. Hier beteiligt sich der Arbeitgeber an der Altersvorsorge. Die Beiträge sind steuer- und sozialabgabenfrei. Dafür ist die Rente steuer- und sozialabgabenpflichtig. Du erhältst ausschließlich eine lebenslange Rente und kannst grds. nicht zwischendurch ans Kapital. Durch das Sparen über den Arbeitgeber sind die Konditionen oft günstiger als bei einem privaten Vertrag. Das Garantieniveau kannst du nur eingeschränkt selbst wählen, da der Arbeitgeber letztlich dafür einstehen muss. Am Ende müssen daher mindestens die eigenen Beiträge wieder rauskommen. Zusatzbausteine sind möglich.

Privat-Rente:

Gehört zur 3. Schicht. Hier kannst du im Prinzip alles machen. Die Beiträge sind nicht gefördert oder steuerbefreit. Die Leistung ist aber steuerbegünstigt. Du kannst dir eine lebenslange Rente auszahlen lassen oder das Kapital oder eine Mischung. Du kommst jederzeit ans Geld. In der Regel ist das aber mit Verlusten verbunden. Das Garantieniveau kannst du vollkommen frei bestimmen, ebenso wie Zusatzbausteine.

Kapitalanlage

Direktanlage:

Du kannst an Wertpapierbörsen im Prinzip jedes Wertpapier direkt erwerben und handeln. Dafür brauchst du nur eine Depotbank und einen Broker. Für manche Wertpapiere gibt es aber Mindestanlagen. In der Regel kannst du auch keine Sparpläne auf direkte Wertpapiere abschließen, sondern nur Einmalinvestitionen tätigen.

Fonds:

Die Alternative zur Direktanlage sind Fonds. Dort sind viele Wertpapiere gebündelt. Damit wird das Risiko gestreut. Fällt mal ein Wertpapier aus, ist das nicht so schlimm, da noch zahlreiche andere im Fonds enthalten sind. Dein Guthaben gehört zum sog. Sondervermögen. Das heißt, selbst wenn der Fondsanbieter pleite gehen sollte, sind die zugrundeliegenden Wertpapiere noch immer dein. Fonds kannst du einmalig oder ratierlich mit einem Sparplan besparen.

Aktive Fonds:

Hier sitzen Fondsmanager und wählen Wertpapiere nach bestimmten Aspekten aus bzw. verkaufen sie. Dadurch wollen sie eine höhere Rendite oder eine geringeres Risiko als die Konkurrenz erzielen. Die Erzählung ist, dass sie bevor es zum Crash kommt, verkaufen und bevor es wieder aufwärts geht, kaufen. Die Realität ist, dass es nicht funktioniert. Die allermeisten Manager sind die hohen Gebühren nicht wert. Es gibt nur sehr wenige, meist kleine oder illiquide, Märkte, in denen du mit einem aktiven Fondsmanagement besser fährst.

Passive Fonds:

Hier sitzt keine Fondsmanager und wählt Wertpapiere aus, sondern hier wird nur ein sog. Index nachgebildet. Ein Index ist eine Zusammenstellung von Wertpapieren einer bestimmten Region oder Branche, z.B. die 40 größten deutschen Unternehmen im DAX. Steigt der Index, steigt der passive Fonds. Sinkt der Index, sinkt der passive Fonds. Passive Fonds heißen auch ETF. In den allermeisten Fällen, fährst du damit besser, da niemand auf lange Sicht einen solchen Index schlägt. In manchen ETF sind exakt die Wertpapiere des Index drin. In manchen auch völlig andere oder nur sog. Derivate. Das sind Finanzprodukte, die die Wertentwicklung eines zugrundeliegenden Wertpapiers abbilden. Die Unterschiede auf Rendite und Risiko sind allerdings gering.

Vorteile

Alles hat seine Vorteile. Schauen wir uns die mal an.

Altersvorsorge

Der größte Vorteil der Altersvorsorge ist die lebenslange Versorgung. Nur Rentenversicherungen können und dürfen das. Es spielt also keine Rolle, ob du 75 oder 105 Jahre alt wirst. Deshalb sind für die Basis-Versorgung (min. 1.500€ netto bzw. deine Basis-Ausgaben) auch nur Rentenversicherungen geeignet.

Der zweite Vorteil sind Garantien. Versicherer sind in der Lage, solche Garantien auszusprechen, weil sie große Versichertenkollektive habe.
Rentenversicherungen sind einfach und bequem. Vielleicht beschäftigst du dich jetzt gern aktiv mit deiner Geldanlage. Aber bist du dafür noch mit 85 in der Lage? Und vielleicht hast du auch einfach gar keine Lust oder Kapazität, dich damit zu beschätigen. Auch dann bist du eher Typ Altersvorsorge.
Solange du Rentenversicherungen auch nur zur Rente nutzt, sind sie steuerlich auf die eine oder andere Art begünstigt. Klar, der Staat möchte ja, dass du dich kümmerst und im Alter nicht auf staatliche Hilfen angewiesen bist.

Du kannst weitere Absicherungen einbauen, also z.B. eine Beitragsbefreiung bei BU. Das ist nochmal wie ein Airbag, falls du gesundheitlich bedingt nicht mehr arbeiten kannst. Dann zahlt der versicherer für dich weiter und du landest nicht in Altersarmut.
Der letzte Vorteil ist für viele ein großer Nachteil: die eingeschränkte Verfügbarkeit. An das Kapital in diesen Produkten kommst du entweder nicht, eingeschränkt oder nur mit Verlusten. Doch das schützt dich vor impulsiven Verkäufen und ist gewissermaßen ein Schutz vor dir selbst.

Kapitalanlage

Der große Vorteil in der freien Kapitalanlage ist die Flexibilität. Du kannst nahezu alle Parameter selbst bestimmen und kommst jederzeit ans Kapital. Kannst Sparpläne pausieren, wieder einsetzen oder erhöhen.

Da es keine Absicherung jenseits der Asset Allocation gibt, hast du auch keine Kosten dafür.
Wenn du auf die richtigen Instrumente setzt, hast du insgesamt geringere Kosten und höhere Erträge. Du erreinst deine Ziele also entweder überhaupt oder schneller.

Deine Kapital kannst du für beliebige Zwecke einsetzen.

In der Regel zahlst du keine Sozialabgaben auf die Erträge und nur die Kapitalertragssteuer.

Nachteile

Nichts ist nur positiv. Diskutieren wir zuletzt noch die Nachteile.

Altersvorsorge

Der größte Knackpunkt sind die Kosten für Garantien und Absicherungen. Dadurch wachsen die Bäume zwar sicher, aber eben nicht in den Himmel.
Insgesamt sind alle Produkte eingeschränkt flexibel und/oder verfügbar. Du kommst nicht, nicht vollständig oder nur mit Verlusten ans Kapital. Du bist teilweise nicht frei in der Wahl der Leistung.

Die Leistungen sind teilweise sozialversicherungspflichtig und reduzieren damit die Auszahlungen.

Kapitalanlage

Wertpapiere schwanken. Dein Risiko ist also größer. Dein Weg zum Ziel ist unsicher. Mit der Asset Allocation kannst du ein Teil des Risikos eliminieren.
Das Kapital ist endlich. Das bedeutet, es kann sein, dass du das Kapital vorm Ableben verzehrst. Das ist nicht weiter problematisch, wenn es sich um Luxus-Ausgaben handelt. Existenziell wird es aber, wenn das Kapital zur Deckung von Basis-Ausgaben gedacht war.

Du hast mehr Aufwand in der Spar- und Entnahmephase. Du musst dich um die richtige Asset Allocation kümmern, diese aufrecht erhalten. Im Ruhestand musst du dich um einen Auszahlplan kümmern.

Die Verfügbarkeit kann dich dazu verleiten, das Kapital für etwas anderes als den ursprünglichen Zweck zu nutzen. Vielleicht war es mal zur Aufbesserung der Altersvorsorge gedacht? Aber nun hast du mit 50 plötzlich den Wunsch drei Jahre durch die Weltgeschichte zu reisen? Das könnte deinen ursprünglichen Plan gefährden.

Altersvorsorge vs. Kapitalanlage Fazit

Altersvorsorge und Kapitalanlage gehen am besten Hand in Hand. Beides zusammen dient deinem Vermögensaufbau. Kümmere dich zuerst um die Altersvorsorge. Prüfe aber, ob es jetzt schon nötig ist, mehr als die Basis-Versorgung abzusichern. Denn du kannst zwar mit 55 noch aus deiner Kapitanlage in Produkte der Altersvorsorge wechseln, umgekehrt funktioniert das aber nicht wirklich.

Wir hoffe dir hat unser Content gefallen. Bei Fragen melde dich gern.

Dein Tom und dein Stephan

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