Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depressionen – geht das?

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depressionen möglich? Ja – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Erfahre, worauf es ankommt und welche Wege es gibt.

Viele Menschen glauben, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Depressionen grundsätzlich nicht möglich ist. Diese Annahme ist jedoch zu pauschal. In der Praxis kommt es stark auf den Einzelfall an. In diesem Artikel erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt, worauf Versicherer achten und warum deine Gesundheit immer oberste Priorität haben sollte.

Alle Artikel zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung & Co. findet ihr hier: https://progress-finanzplaner.de/category/arbeitskraftabsicherung/

Ist eine BU trotz Depressionen überhaupt möglich?

Wer sich mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) beschäftigt und gleichzeitig unter Depressionen leidet oder gelitten hat, wird nach oberflächlicher Recherche zu dem (voreiligen) Schluss kommen, dass Versicherungsschutz unmöglich ist. Das ist aber nur pauschal richtig. Im Einzelfall kann es auch eine Lösung geben.

Zunächst die wichtigste Botschaft vorweg:

Gesundheit geht immer vor Versicherungsschutz

Niemand sollte eine notwendige Therapie verzögern oder vermeiden, nur um bessere Annahmechancen bei einer BUV zu haben. Depressionen sind ernstzunehmende Erkrankungen, bei der schnelles Handeln entscheidend für den Verlauf und die Heilungschancen ist. Keine Versicherung der Welt ist es wert, das zu riskieren. Die häufig empfohlene Methode, mit dem Beginn der Behandlung zu warten, bis die letzte Behandlung aus dem Abfragezeitraum der BU-Versicherer fällt, ist also wirklich nicht ratsam, sondern sogar sehr gefährlich!

Warum Versicherer bei Depressionen genau prüfen

Psychische Erkrankungen gehören heute zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Entsprechend genau schauen Versicherer bei der Antragsprüfung hin. Angaben zu Therapien und Behandlungen sind dabei verpflichtend und müssen vollständig und korrekt gemacht werden.
Das bedeutet: Wer bereits in Behandlung ist oder war, muss mit Einschränkungen rechnen, was in Form von Zuschlägen, Ausschlüssen oder im Extremfall Ablehnung auftreten kann.

Welche Chancen du trotz Vorerkrankung hast

Mit einer psychischen Vorerkrankung ist es nicht unmöglich, eine BU-Versicherung abschließen zu können, aber der Weg wird individueller.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie trotz Depressionen oder einer Vorgeschichte Versicherungsschutz zustande kommen kann:

  • Zeitlicher Abstand zur Behandlung:

Je länger eine Therapie zurückliegt und je stabiler der Gesundheitszustand ist, desto besser sind die Chancen.

  • Einzelfallprüfungen:

Jeder Antrag wird individuell bewertet und pauschale Aussagen sind kaum möglich. In manchen Fällen kann es einen nachvollziehbaren Auslöser für die Therapie geben. Und wenn dann die Behandlungsdauer nicht länger als notwendig war, kann eine Annahme möglich sein.

  • Alternative Absicherung:

In manchen Fällen können andere Produkte (z. B. Grundfähigkeitsversicherungen) sinnvoll sein, wenn eine BUV nicht darstellbar ist. Zumindest temporär, bis der Zustand lange genug stabil war, kann das eine Lösung sein.

  • Saubere Aufbereitung der Gesundheitsdaten:

Eine strukturierte Darstellung der Krankengeschichte kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

Typische Hürden bei der BU mit Depression

Die größte Hürde ist oft die Versicherungsmedizinische Bewertung: Bei psychischen Vorerkrankungen schauen Versicherer besonders genau auf die Krankengeschichte. Therapien, diagnosespezifische Behandlungen, Medikamente und die Dauer der Erkrankung fließen in die Risikobewertung ein.

Zweitens kommt es häufig zu Risikozuschlägen: Selbst wenn die Versicherung angenommen wird, können每月 höhere Beiträge verlangt werden – oft zwischen 25% und 100% Zuschlag auf den Normalpreis.

Drittens gibt es oft medizinische Ausschlüsse: Bestimmte Ursachen, etwa исключения im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen, werden komplett ausgeschlossen. Das bedeutet: Bei Berufsunfähigkeit, die auf Depressionen zurückgeht, zahlt die Versicherung nicht.

Viertens ist die Abfrage zum Gesundheitszustand sehr streng: Versicherer fragen meist Therapien der letzten 3–5 Jahre ab. Jede unvollständige oder falsche Angabe kann im Leistungsfall zur Anfechtung führen.

Fünftens ist die BU-Leistungsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen insgesamt eingeschränkt: Psychische Berufsunfähigkeit ist einer der häufigsten Ausschlussgründe, da sie schwer objektivierbar ist und oft lang andauert.

In der Praxis hängt die konkrete Hürde stark vom Einzelfall ab: Je stabiler der Gesundheitszustand, je länger der Abstand zur letzten Therapie und je besser dokumentiert die Krankengeschichte, desto geringer sind die Hürden. Eine anonyme Risikovoranfrage kann hier Klarheit schaffen, bevor ein offizieller Antrag gestellt wird.

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depressionen – geht das?

Warum du deine Therapie niemals verschieben solltest

Wie oben schon erwähnt, wäre es gefährlich, eine Therapie absichtlich zu schieben, um zuerst eine BU-Versicherung abzuschließen. Genau davon ist dringend abzuraten.

Denn:

  • Unbehandelte Depressionen können sich verschlimmern und langfristige Folgen haben.
  • Eine verzögerte Behandlung reduziert oft die Heilungschancen.
  • Und selbst wenn die BUV später zustande kommt, ist Geld nicht mehr viel wert, wenn die eigene Gesundheit dauerhaft beeinträchtigt ist.

 

Aber auch aus finanzieller Sicht ist das riskant: Die gesetzliche Absicherung bei längerer Krankheit (Erwerbsminderung) ist in den meisten Fälle zu wenig und reicht nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Welche Alternativen es zur BU gibt

Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Depressionen aktuell nicht oder nur eingeschränkt darstellbar ist, heißt das nicht, dass du auf Einkommensschutz verzichten musst. Je nach beruflicher Situation und Gesundheitslage können andere Lösungen sinnvoll sein. Dazu zählen vor allem die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die Grundfähigkeitsversicherung oder auch eine Dread-Disease-Versicherung. Diese Produkte funktionieren anders als eine BU: Sie knüpfen nicht an den konkreten Beruf an, sondern an den Verlust von Arbeitskraft, bestimmter Fähigkeiten oder den Eintritt schwerer Krankheiten.

Eine Grundfähigkeitsversicherung kann besonders interessant sein, wenn die Absicherung über einzelne, klar definierte Fähigkeiten wie Gehen, Stehen oder Greifen erfolgt und psychische Vorerkrankungen die BU-Annahme erschweren.

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist eine weitere Option, wenn eine Rente gezahlt werden soll, sobald überhaupt keine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt mehr möglich ist.

Die Dread-Disease-Versicherung wiederum leistet in der Regel als Einmalzahlung nach der Diagnose schwerer Erkrankungen und kann helfen, finanzielle Engpässe abzufedern. Welche Lösung im Einzelfall passt, hängt immer von deiner beruflichen Tätigkeit, deinem Absicherungsbedarf und den Annahmerichtlinien der Versicherer ab.

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depressionen – geht das?

So gehst du strategisch richtig vor

Der nachhaltigste Weg ist ein ehrlicher und strategischer Ansatz:

  1. Gesundheit zuerst: Therapie beginnen oder fortsetzen, wenn nötig

  2. Frühzeitig informieren: am besten gestern, am zweitbesten jetzt

  3. Experten einbinden: anonyme Risikovoranfragen können Chancen klären

  4. Langfristig denken: Schutz ist wichtig, aber nicht um jeden Preis

Fazit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Depressionen abzuschließen, ist oft schwieriger, aber nicht unmöglich. Entscheidend ist jedoch die richtige Priorität: Die eigene Gesundheit steht immer an erster Stelle.

Wer diesen Grundsatz beherzigt und sich professionell beraten lässt, hat die besten Chancen, eine passende Absicherung zu finden, ohne Kompromisse bei der eigenen Zukunft machen zu müssen.

 

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Dein Tom und dein Stephan

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